Kritik zum Buch

Die Morgenlandfahrt ist ein Buch das 1932 erstmals erschienen ist und vom Autoren Hermann Hesse geschrieben wurde. Es ist damit eines seiner späteren Werke. Ich werde in dieser Kritik besonders auf formale und Inhaltliche Elemente eingehen und meine Meinung dazu äussern.

 

Im Buch geht es um die Hauptfigur H.H die von einer spirituellen Reise ins Morgenland berichtet. Während dieser Pilgerreise Richtung Orient verschwindet, plötzlich eine weitere Figur namens Leo (einer der Diener). Als er verschwindet, bricht plötzlich ein grosses Chaos aus und H.H verliert seinen Glauben an den Bund und an die Morgenlandfahrt. H.H will nun mehrere Jahre nachdem die Morgenlandfahrt für ihn endete seine Erfahrungen und Erlebnisse der Reise aufschrieben, doch es gelingt ihm nicht. Eines Tages nach langem Suchen, findet er Diener Leo wieder der ihn schlussendlich zum Bund führt den H.H für nicht mehr existent hielt. Dort wird er dann von den obersten Mitgliedern für seine Sünden/Vergehen verurteilt.

 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von der Hauptperson H.H erzählt. Man weiss daher nie was andere Personen/Figuren denken, was (wie ich finde) das Buch spannender macht, besonders weil man bei H.H’s Begegnung mit Diener Leo gegen Ende des Werks nicht weiss, was Diener Leo denkt, was er weiss und ob er die Wahrheit sagt (Anfangs Kapitel 4 S.30). Das Buch ist eher in einer einfachen Sprache geschrieben im Vergleich zu anderen Büchern von Hermann Hesse (Siddharta, das Glasperlenspiel). Das Buch ist nicht chronologisch aufgebaut das bedeutet, dass es nicht an einem Stück spielt, sondern immer wieder Rückblicke vorkommen. Es ist aber immer sehr gut verständlich und klar, was jetzt ein Rückblick ist und wann H.H wieder von der Gegenwart also von der aktuellen Zeit berichtet. Das Werk wirkte auf mich bisschen mystisch und geheimnisvoll wegen der Art und Weise wie die Sätze formuliert sind und allgemein wegen der Geschichte, die erzählt wird. Es ist aber manchmal nicht ganz klar, ob eine bestimmte Textstelle Bezug auf etwas nimmt oder nicht, da viel Intertextualität im Buch vorkommt und ich die Bezüge nicht immer verstanden habe. Also es braucht einiges an Hintergrundwissen, um alle Bezüge direkt zu verstehen, ohne nachzuforschen/recherchieren. Viele Sachen sind nur symbolisch gemeint wie zum Beispiel das Morgenland da dies ja in Wirklichkeit gar nicht existiert was es für mich auch manchmal schwierig machte, zu verstehen, ob etwas nur symbolisch gemeint ist oder nicht.

 

Vom Inhalt her ist das Buch eher ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Büchern und ich würde es als eher anspruchsvoll bezeichnen. Es gibt in der Geschichte nicht wirklich eine klare Handlung wie in anderen Werken. Es geht oftmals um die Stimmung die, Gefühle und die Gedanken von H.H was es für mich manchmal bisschen schwierig gemacht hat der eigentlichen Geschichte zu folgen. Auch die Figuren die vorkommen werden nur sehr kurz beschrieben und nicht äusserlich, sondern meistens nur vom Charakter her, wenn überhaupt. Das ist zwar nicht unbedingt negativ da man so seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen kann, aber es ist auch eher ungewöhnlich da Figuren in den meisten Büchern innerlich wie auch äusserlich beschrieben werden. Da man so wenig über die Figuren weiss, fand ich es auch schwer mit ihnen als Leser mitfühlen zu können und eine «Verbindung» mit ihnen herzustellen. Was mir dafür gefällt, sind die Stellen an denen Zweifel und Einsamkeit beschrieben wird (S.22), da man an der Art und Weise wie diese Stellen geschrieben sind (so ehrlich und mit einer Spannung, die man plötzlich fühlt, während dem Lesen) wirklich merkt, wie Hesse selber zu diesen Themen steht.

 

Zusammenfassend würde ich sagen, dass das Werk trotz einigen komplizierten Textstellen und Bezügen zur Realität viel Stoff zum Nachdenken beinhaltet und auch Spass macht zum Lesen. Ich würde das Buch definitiv weiterempfehlen jedoch ist es nichts für Anfänger und Comic-Liebhaber, sondern eher für Leute die bereit sind ein Buch mit einer abstrakten und symbolischen Erzählweise zu lesen.

Quellen:

Buch Die Morgenlandfahrt (GooglePlayBooks)

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Morgenlandfahrt#Sprache_und_Symbolik